Workshop für Doktorierende / Postdocs: Gewalt und Geschlecht bei den Neuen Linken und Neuen Rechten

Das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forschungsprojekt Counter Media – Periodicals of the New Left and the New Right (1960s–1980s) untersucht alternative Zeitschriften als Medien gegenöffentlicher Kommunikation. Im Zentrum steht die Frage, wie Akteur:innen der sogenannten Neuen Linken und Neuen Rechten seit den 1960er Jahren eigene Öffentlichkeiten herstellten, etablierte Medien kritisierten und politische, kulturelle sowie soziale Deutungsangebote entwickelten. Die Analyse der Periodika ermöglicht es, transnationale Netzwerke, ästhetische Strategien und diskursive Verschiebungen vergleichend sichtbar zu machen.

Ein zentrales Element des Projekts sind regelmässig stattfindende Workshops und Tagungen. Sie dienen dazu, theoretische und methodische Fragen im laufenden Forschungsprozess kritisch zu reflektieren, Zwischenergebnisse zur Diskussion zu stellen und vergleichende Perspektiven zu schärfen. Zugleich schaffen diese Formate Räume für die gemeinsame Arbeit an Quellen, für die systematische Evaluation von Begriffen und Analysekategorien sowie für den Austausch mit nationalen und internationalen Fachkolleg:innen.

Der diesjährige Workshop widmet sich zwei eng miteinander verbundenen Zielsetzungen. Erstens sollen die Begriffe «Neue Linke» und «Neue Rechte» definitorisch geschärft werden. Auf Grundlage zentraler Forschungsliteratur sowie eigener Projektarbeiten wird eine Arbeitsdefinition erarbeitet und diskutiert. Zweitens rücken zwei diskursive Felder in den Fokus, die in den untersuchten Zeitschriften besonders präsent sind: Geschlecht und Gewalt. Beide Themen werden von linken wie rechten Akteur:innen intensiv verhandelt, allerdings mit unterschiedlichen ideologischen Rahmungen, Argumentationsmustern und politischen Zielsetzungen. Zugleich lassen sich punktuelle Überschneidungen, strategische Aneignungen und bewusste Abgrenzungen beobachten.

Die Veranstaltung ist ausdrücklich als Arbeitsworkshop konzipiert. Am Vormittag diskutieren wir auf Basis eines zirkulierten Arbeitspapiers die begrifflichen und theoretischen Grundlagen. Am Nachmittag steht die gemeinsame Quellenarbeit im Zentrum: Anhand ausgewählter Zeitschriftenbeiträge erproben wir die Anwendung der erarbeiteten Begriffe und analysieren konkrete Diskursformationen zu Gewalt und Geschlecht.

Für die Diskussion konnten Sven Reichardt (Konstanz), Birgit Sauer (Wien) und David Templin (Osnabrück) gewonnen werden, die mit ihren jeweiligen Expertisen zur theoretischen Klärung und zur gemeinsamen Quellenanalyse beitragen.

Der Workshop steht Doktorierenden und Postdocs, die zu verwandten Themen arbeiten, offen. Die Zahl der Plätze ist jedoch begrenzt; eine verbindliche Anmeldung bis zum 15. März 2026 ist erforderlich: stefan.rindlisbacher@unifr.ch

 

Datum: 30. März 2026, 09:15–17:00 Uhr

Ort: Universität Fribourg, Standort Miséricorde

Poster Workshop (PDF)

Poster Workshop 2026_A4.pdf

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